Man­dan­ten­zeit­schrift 1/2012

Liebe Mandanten,

Der Ver­kehrs­ge­richts­tag 2012 ist Ge­schich­te. An anderer Stelle wird im Durch­blick darüber berichtet.
Ich greife mir ein besonders lästiges Problem heraus, das es verdient hätte gelöst zu werden: das Sach­ver­stän­di­gen­pro­blem.

6000 Kfz-Sach­ver­stän­di­ge bewegen sich auf dem deutschen Un­fall­markt. Sach­ver­stän­di­ger kann jeder werden, der sich so be­zeich­net und ein ent­spre­chen­des Programm kauft. Der Begriff des Kfz-Sach­ver­stän­di­gen ist nicht geschützt. Lediglich 2000, also ein Drittel, sind gut aus­ge­bil­det und zer­ti­fi­ziert.

Da jährlich ungefähr 10 Mil­li­ar­den € zu verteilen sind, springen natürlich viele Un­be­darf­te auf den Zug auf, um daran mit­zu­ver­die­nen.

Dies muss aber zwangs­läu­fig zu Lasten der Auf­trag­ge­ber gehen. Wir wissen, dass sich Ver­si­che­run­gen ihre Sach­ver­stän­di­gen selbst aussuchen, die mit allen Wassern gewaschen sind und natürlich zugunsten ihrer Auf­trag­ge­ber, der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft, rechnen. Und die Ge­schä­dig­ten: die haben auch Anspruch auf einen kom­pe­ten­ten Sach­ver­stän­di­gen, der zu ihren Gunsten den Schaden be­trach­tet. Aber die Ge­schä­dig­ten können nicht Gut von Schlecht un­ter­schei­den und laufen dann Gefahr, un­kom­pe­ten­te Sach­ver­stän­di­ge zu be­auf­tra­gen. Das geht zu ihren eigenen Lasten. Wer der richtige und wer der falsche Un­fall­hel­fer ist, ist für den, der nicht re­gel­mä­ßig damit zu tun hat, schwer zu be­ur­tei­len. Dass die Mar­ken­werk­statt eher geeignet ist zu helfen als die Hin­ter­hof­werk­statt, liegt auf der Hand, dass der Fach­an­walt für Ver­kehrs­recht eher den Fall über­blickt als der All­ge­mein­an­walt, hat sich her­um­ge­spro­chen. Warum wird nicht endlich ge­setz­lich geregelt, wer sich Sach­ver­stän­di­ger für das Kfz-Wesen nennen darf. Das kann doch nicht so schwer sein für den Ge­setz­ge­ber, der es ja auch nicht jedem erlaubt die Rechts­an­ge­le­gen­hei­ten für Dritte zu besorgen.

Sollten unsere Ge­setz­ge­ber den Grundsatz des kölschen Grund­ge­set­zes im Auge haben:
Et is wie et is?
Dann empfehle ich dort wei­ter­zu­le­sen bei: Nix blievt wie et wor. In einem Staat, der sonst jede Klei­nig­keit regeln will und damit schon fast den Bürger unmündig behandelt, wäre dies eine sinnvolle Aktion.

Ihr
Hartmut Roth

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