Man­dan­ten­zeit­schrift 2/2018

Es soll mal eine Zeit gegeben haben, in der Ver­kehrs­recht eine un­ter­ge­ord­ne­te Rolle im Rechts­sys­tem gespielt hat, da es noch keine mo­tor­be­trie­be­nen Fahrzeuge gab. Man spannte Pferde, Ochsen oder Kühe vor oder ging zu Fuß. Zu­sam­men­stö­ße waren selten. Alles ging etwas langsamer, aber man hatte ja auch 24 Stunden Zeit, und das jeden Tag. Wir selbst können uns daran nicht mehr erinnern, aber unsere Vorfahren vor einigen Ge­ne­ra­tio­nen haben das erlebt.

Es gab mal eine Zeit, in der Di­gi­ta­li­sie­rung unbekannt war, die uns aus der Kindheit noch durchaus vertraut ist. Lang ist es her. Oder?

Was ist das überhaupt: Di­gi­ta­li­sie­rung? Der Begriff Di­gi­ta­li­sie­rung be­zeich­net im ur­sprüng­li­chen Sinn das Umwandeln von analogen Werten in digitale Formate. Die so ge­won­ne­nen Daten lassen sich in­for­ma­ti­ons­tech­nisch ver­ar­bei­ten (Wikipedia). Es werden also Daten generiert, die von jedem, der darauf zugreifen kann, in un­ter­schied­li­cher Form verwendet werden können. Ich muss also nicht mehr in die Buch­hal­tung laufen, mir Papier reichen lassen, um zu sehen, welche Beträge im August auf unser Konto und von dem Konto zu und abflossen, ich kann an meinem Schreib­tisch sitzen bleiben, mir den Datensatz abrufen und darüber nach­den­ken.

Für die tief­grei­fen­den Ver­än­de­run­gen insgesamt in der Wirt­schaft gibt es mehr als genug Beispiele dazu, was Di­gi­ta­li­sie­rung bewirken kann. So besitzt der größte Anbieter für Über­nach­tun­gen, AirBnB, heute keine einzige Immobilie und das größte Be­för­de­rungs­un­ter­neh­men der USA, Uber, verfügt tat­säch­lich nur über einen winzigen Bestand eigener Fahrzeuge. Wer ein Zimmer an­zu­bie­ten hat, stellt dies auf der In­ter­net­platt­form von AirBnB zur Verfügung, und wer ein Zimmer benötigt, kann es dort buchen. Wer sich und sein Fahrzeug Menschen zum Transport zur Verfügung stellen will, re­gis­triert sich auf der In­ter­net­platt­form von Uber, und wer ein Fahrzeug benötigt, kann es dort buchen.

So geht es in der Be­ra­ter­bran­che noch nicht zu, was damit zu­sam­men­hängt, dass Rechts- oder Wirt­schafts-, auch Steu­er­be­ra­tung ein Ver­trau­ens­ver­hält­nis vor­aus­setzt, das mit der Per­sön­lich­keit des Beraters zu­sam­men­hängt, also nicht beliebig gekauft wird. Aber dennoch hat Di­gi­ta­li­sie­rung zum Vorteil der Rechts­su­chen­den auch unsere Branche tüchtig verändert.

Sie dürfen sicher sein: Wenn wir uns verändern, dann nur in Ihrem Interesse!

Es grüßt Sie freund­lich
Hartmut Roth

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