Rechts-Blog

Ar­beits­recht

Eine Ent­schei­dung, die nur aus dem Rheinland stammen kann, hat nun das Ar­beits­ge­richt Köln getroffen und eine kleine, aber feine Un­ter­schei­dung zwischen den Kar­ne­vals­ta­gen und der Kar­ne­vals­zeit her­vor­ge­ho­ben.

Anlass des Urteils vom 11.01.2019, Az. 19 Ca 3743/18 war der Rechts­streit einer Kölner Kellnerin über ein Ar­beits­zeug­nis.

In diesem sollte nie­der­ge­legt sein, dass sie auch während der Kar­ne­vals­zeit tätig gewesen war.
Das Ar­beits­ge­richt, das rich­ti­ger­wei­se hervorhob, dass Ar­beits­zeug­nis­se wohl­wol­lend und dem be­ruf­li­chen Fort­kom­men för­der­lich zu sein haben, sah eine Tätigkeit in der Kar­ne­vals­zeit als er­heb­li­che Tatsache an, die auch für das Ar­beits­ver­hält­nis und die Leistung der Ar­beit­neh­me­rin prägend gewesen sei, immerhin seien die Her­aus­for­de­run­gen an eine Kellnerin in Köln während des Karnevals andere als an ge­wöhn­li­chen Tagen.

Dem wi­der­sprach jedoch der Ar­beit­ge­ber: die Ar­beit­neh­me­rin habe ja gar nicht in der Kar­ne­vals­zeit ge­ar­bei­tet, sondern am Freitag und Samstag nach Wei­ber­fast­nacht.

Hier sei dann, so das in Sachen Karneval offenbar gut in­for­mier­te Gericht, zu dif­fe­ren­zie­ren zwischen der Kar­ne­vals­zeit und den Kar­ne­vals­ta­gen. Letztere seien lediglich die Wei­ber­fast­nacht, der Ro­sen­mon­tag und der Ascher­mitt­woch.
Kar­ne­vals­zeit dagegen sei die gesamte Hochzeit, in der Karneval gefeiert werde, demnach die Zeit von Wei­ber­fast­nacht bis Ascher­mitt­woch.

Das Urteil, das die meisten Kölner mit Zu­stim­mung und der Rest Deutsch­lands überhaupt nicht zur Kenntnis genommen haben dürften, il­lus­triert an­schau­lich, wie Rechts­strei­te über Ar­beits­zeug­nis­se hier­zu­lan­de geführt werden und stellt so einen weiteren der vielen Tausend Recht­spre­chungs­bau­stei­ne darüber dar, welche Ansprüche Ar­beit­neh­mer im Rahmen von Ar­beits­zeug­nis­sen besitzen.