Ent­zie­hung der el­ter­li­chen Sorge bei Schul­ver­wei­ge­rung durch Eltern

Eine Ver­wei­ge­rung der Eltern, ihre schul­pflich­ti­gen Kinder in die Schule zu schicken, recht­fer­tigt die teilweise Ent­zie­hung der el­ter­li­chen Sorge. Durch die Miss­ach­tung der Schul­pflicht wird das Wohl der Kinder nach­hal­tig gefährdet, weshalb die el­ter­li­che Sorge von den Eltern nicht mehr ausgeübt werden darf.

Gemäß Beschluss vom 02.12.2014, Ak­ten­zei­chen 4 UF 97/13, des OLG Köln, wurde die el­ter­li­che Sorge für zwei Kinder den Eltern teilweise entzogen. Die Eltern hatten sich be­harr­lich geweigert, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Daraufhin hatte das Amts­ge­richt den Eltern das Auf­ent­halts­be­stim­mungs­recht sowie das Recht zur Regelung von schu­li­schen An­ge­le­gen­hei­ten für die be­trof­fe­nen Kinder entzogen und eine Er­gän­zungs­pfleg­schaft an­ge­ord­net. Gegen diesen Beschluss legten die Eltern Be­schwer­de ein.

Das Ober­lan­des­ge­richt Köln hielt die Ent­zie­hung von Teilen der el­ter­li­chen Sorge für ge­recht­fer­tigt. Das Gericht führte aus, dass es nicht zu be­an­stan­den sei, die Miss­ach­tung der Schul­pflicht durch die Eltern als Miss­brauch der el­ter­li­chen Sorge und als nach­hal­ti­ge Ge­fähr­dung des Kin­des­wohls ein­zu­stu­fen. Zu beachten sei, dass mit dem Schul­be­such er­heb­li­che Vorteile für das künftige Leben der Kinder verbunden sind. So erlernen Kinder bestimmte soziale Kom­pe­ten­zen und erwerben formale Bil­dungs­ab­schlüs­se, die für die Er­grei­fung be­stimm­ter Berufe er­for­der­lich sind. Daher könne die Ver­wei­ge­rung des Schul­be­su­ches zu einer Ver­kür­zung von Le­bens­chan­cen führen.

Fest­zu­hal­ten ist, dass nach den Aus­füh­run­gen des Gerichtes eine Ver­wei­ge­rungs­hal­tung da­hin­ge­hend, die eigenen Kinder die Schule zu schicken, zum Verlust des Sor­ge­rechts führen muss.

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