"Wald­meis­ter" ist kein zu­läs­si­ger Vorname eines Kindes

Einen recht kuriosen Fall hatte das Ober­lan­des­ge­richt Bremen (Beschluss vom 20.06.2014, Ak­ten­zei­chen 1 W 19/14) zu ent­schei­den. Ein El­tern­paar wollte seinem Spröss­ling einen ganz be­son­de­ren, un­ver­wech­sel­ba­ren Namen mit auf den Lebensweg geben: "Wald­meis­ter" sollte ihr Sohn mit drittem Vornamen heißen. Sowohl Behörde als auch dann die Justiz hatten dafür wenig Ver­ständ­nis und bewahrten das Kind vor Spott und Häme. Bereits das Stan­des­amt hatte die Ein­tra­gung dieses Vornamens abgelehnt. Das Wort "Wald­meis­ter" wird im deutschen Raum nicht als Vorname, sondern als Pflan­zen­be­zeich­nung sowie als Be­stand­teil von Getränken und Speiseeis as­so­zi­iert. Insoweit berge dieser Vorname daher die Gefahr, dass das Kind der Lä­cher­lich­keit preis­ge­ge­ben werde, ar­gu­men­tier­te die Behörde.

Hiergegen zogen die Eltern vor Gericht. Sowohl das Amts­ge­richt Bremen als auch das Ober­lan­des­ge­richt Bremen schlossen sich jedoch der Auf­fas­sung der Behörde an. Zwar obliegt den Eltern die Sorge für die Person des Kindes. Das umfasse auch das Recht, dem Kind seinen Vornamen zu geben. Jedoch seien Grenzen gesetzt. Ins­be­son­de­re kann kein Vorname gewählt werden, der eine na­he­lie­gen­de Gefahr begründe, dass er den Na­mens­trä­ger der Lä­cher­lich­keit preis­ge­ben werde. Insoweit sei der Name "Wald­meis­ter" kein zu­läs­si­ger Vorname.

Wir widmen uns aus­führ­lich mit dem Thema in unserem neuen Durch­blick, Ausgabe 2/2014.

Zurück